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  • Glaube, Liebe,Hoffnung

    PRESSESTIMMEN

    Der Film, der keine Investoren anlockt
    „‘Leipzig kommt’ heißt es überall auf den Plakaten und in den Anzeigen. Doch jetzt gibt es einen Film von Andreas Voigt, der all das wieder kaputt macht. Er hat den verräterischen Titel ‘Glaube, Liebe, Hoffnung’. Finanziert von den Ländern Sachsen und Brandenburg, von unseren Steuern. Geld, mit dem Investoren nach Leipzig gebracht werden sollen. Der düstere Film zeigt Jugendliche aus der linken und rechten Szene Leipzigs, Arbeitslose ohne Perspektive. Und dazwischen taucht immer wieder der Immobiliengroßmakler Dr. Jürgen Schneider auf. Als filmisches Indiz für das tolle, reiche Leipzig. Das Leipzig, an das keiner rankommt, das es aus der Sicht der Neonazis ebenso wie aus der Sicht der Autonomen kaputt zu machen gilt.“
    (Leipziger Morgenpost, 19.04.94)

    Die schrecklichen Kinder
    „Wie nah das beieinander liegt: der Traum vom bürgerlichen Glück und Gewalt, unschuldige Spiele und Brutalität. ‘Glaube, Liebe, Hoffnung’ gelingt in seinen besten Momenten ein intimer Blick - als würde mit der Kamera endlich jemand da sein, dem man sich anvertrauen kann.
    Die Medien haben im Umgang mit rechter Gewalt eine eher unheilvolle Rolle gespielt. Sie boten eine bequeme Möglichkeit, Fremdenhass und Neonazitum zum Randgruppenproblem zu erklären, mit dem die Mitte der Gesellschaft nichts zu schaffen habe. Diffizilere Bilder hat dieser Dokumentarfilm entwickelt, der sich auf die Suche nach Bildern hinter den Gewaltaktionen macht und die Mentalität der Rechten zeigt: trostlosen Alltag und spießige Sehnsüchte. Es bleibt das Angstbild Skin als Bote einer barbarischen Zukunft, es bleibt die Frage, wie wir auf die rechte Revolte antworten sollen.”
    (Berliner Zeitung, 24.3.94)

    „An ‘Glaube, Liebe, Hoffnung’ überzeugt die Montage-Technik. Voigt lässt häufig Antworten auf seine Fragen im Raum stehen und konfrontiert sie, statt sofort nachzuhaken, mit anderen Antworten, wodurch sie sich gegenseitig kommentieren. Eine zusätzliche Ebene der Kommentierung und Einordnung schafft er, indem er die Welt der Jugendlichen die eines Frankfurter Immobilienmaklers, der die besten Häuser der Leipziger Innenstadt aufgekauft hat, gegenüberstellt. Keine plumpe Schwarzweißmalerei, sondern ein erhellender Kontrast.
    Ohne ihre Überzeugungen zu teilen, geht Voigt doch so offen und einfühlsam an die Jugendlichen heran, dass sie einen Teil ihrer Hoffnungen, Träume und Ängste preisgeben. Dabei missbraucht er sie jedoch nicht für seinen Film. Er macht vielmehr ihr Grunderlebnis sichtbar: Wir sind jung und einsam, wir werden nicht gebraucht."
    (Sächsische Zeitung, 10.3.94)