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  • Neun Leben hat die Katze

    BRD 1968, 35 mm, Farbe, 86 Min.

    BESETZUNG

    Katharina
    Anne
    Stefan
    Kirke
    Sascha
    Ehefrau von Stefan
    Manfred
    Stefans Freund
    Gabriele
    Liane Hielscher
    Marie Philippine/ Kristine Deloup
    Jürgen Arndt
    Antje Ellermann
    Alexander Kaempfe
    Elke Kummer
    Hartmut Kirste
    Wolfgang von Ungern-Sternberg
    als Gast: Heidi Stroh

    STAB

    Buch und Regie
    Kamera
    Kamera-Assistenz
    Musik






    Ton
    Schnitt
    Produktion
    Ula Stöckl
    Dieter Lohmann
    Jörg Schmidt-Reitwein
    Bob Degen, Manfred Eicher, Fred Braceful
    Chanson
    "Fleurs de Vacance"
    Marie Philippine (Kristine Deloup)
    Chanson
    "Die Katze hat 9 Leben"
    Erwin Halletz und Max Colpet
    Folkardt Prestin
    Wolfgang Schacht
    Filmproduktionen Ula Stöckl und Thomas Mauch

    BIOGRAFIE

    Ula Stöckl wurde im Jahre 1938 geboren. Im Februar 1958 begann sie in Paris und London ein Sprachstudium.

    1963 begann sie ihr Studium am damals neu gegründeten Institut für Filmgestaltung in Ulm, das sie 1968 abschloss. Ihr Abschlussfilm und Spielfilmdebut "Neun Leben hat die Katze" war eine der ersten Filmproduktionen, die sich unmittelbar mit dem Leben als Frau in der bundesdeutschen Gesellschaft beschäftigte.

    Ula Stöckl gründete noch 1968 ihre eigene Produktionsfirma, die Ula Stöckl Filmproduktion. 1969 verwirklichte sie mit Edgar Reitz die "Geschichten vom Kübelkind." Die 22 Episoden aus dem Leben eines Mädchens, das sich nicht in die bürgerliche Gesellschaft einfügt, gehören zu den bedeutendsten Erzeugnissen des Neuen Deutschen Films.

    Lehraufträge erfüllte sie unter anderem an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und in den USA an der Hollins University in Roanoke (Virginia) sowie an der University of Central Florida in Orlando (Florida).

    In besonderer Weise nahm sie sich um das erste europäische Frauenfilmfestival an. Seit der Gründung im Jahr 1978 war sie 15 Jahre beim Internationalen Festival Films de Femmes in Paris tätig. Für die Berlinale wirkte sie seit 1982 in den Bereichen Wettbewerb und Panorama und moderierte Pressekonferenzen und Publikumsgespräche. Seit 2002 arbeitet sie im Auswahlgremium der Internationalen Filmfestspiele von Venedig.


    FILME

    1964
    1965
    1966
    1968
    1969
    1971

    1972
    1973

    1974
    1975
    1976
    1977
    1982
    1984

    1987
    1991








    1991
    1993
    1993
    Ula Stöckl hat bis jetzt folgende Filme gemacht:

    ANTIGONE (Kurzfilm)
    HABEN SIE ABITUR (Kurzfilm)
    SONNABEND 17 UHR (Kurzfilm)
    NEUN LEBEN HAT DIE KATZE (im Basis-Film Verleih)
    GESCHICHTEN VOM KÜBELKIND (im Basis-Film Verleih)
    DAS GOLDENE DING
    SONNTAGSMALEREI (Kurzfilm)
    HIRNHEXEN
    DER KLEINE LÖWE UND DIE GROSSEN
    EIN GANZ PERFEKTES EHEPAAR
    HASE UND IGEL
    POPP UND MINGEL
    ERIKAS LEIDENSCHAFTEN
    EINE FRAU MIT VERANTWORTUNG
    DIE ERBTÖCHTER
    DER SCHLAF DER VERNUNFT (im Basis-Film Verleih)
    WUT IM BAUCH
    UNERHÖRT
    REDE NUR NIEMAND VON SCHICKSAL (Kurzfilm)
    Vorfilm von Ula Stöckl zu "Das alte Lied"
    Texte aus Hyperion von Hölderlin mit Grischa Huber
    Ton: Hartmut Haase
    Kamera: Julia Kunert und Lily Grote
    Schnitt: Monika Schindler
    Regie: Ula Stöckl
    Kurzfilm,9 Minuten,35 mm

    DAS ALTE LIED ...
    WILDE BÜHNE
    HERZKURVE

    Filmbewertungsstelle Wiesbaden: Prädikat wertvoll

    17. Internationale Filmwoche Mannheim 1968
    31. Edinburgh International Film Festival 1977
    28. Internationale Filmfestspiele Berlin,
    Retrospektive 1978
    8. Film International Rotterdam 1979
    9. Festival International de Films de Femmes, Creteil/Paris 1987
    33. Westdeutsche Kurzfilmtage, Oberhausen 1987
    1. Femme Totale im Revier, Dortmund 1987
    1. Frauenfilm - Wochen, Koblenz 1988
    4. Feminale, Köln 1988
    Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main 1988
    Goethe Institut: Rom 1980, Neapel 1980, Tunis 1990
    Werkschau Arsenal/Babylon, Berlin 1995

    TEXTE ZUM FILM

    Ula Stöckl ist die Frauen-Film-Pionierin. Zu einer Zeit, als es in der alten Bundesrepublik weder eine Frauenbewegung noch einen Frauenfilm gab, realisierte sie - zum Abschluß ihres Studiums am Institut für Filmgestaltung in der Hochschule für Gestal-tung in Ulm (ihre Lehrer waren Alexander Kluge und Edgar Reitz) - den Film NEUN LEBEN HAT DIE KATZE (1968), der wegen der Pleite des Verleihs, der ihn erworben und für ihn bereits 600 Kinotermine festgemacht hatte, zunächst ohne Aufsehen in der Versenkung verschwand, und erst Jahre später als der „erste feministische Film“ (Christa Maerker) der Bundesrepublik entdeckt wurde und dann zu einem der Kultfilme der 60er Jahre avancierte. Sie erzählt darin in einer lockeren, flirtenden, streunenden Erzählweise von verschiedenen Frauen, einer deutschen Journalistin, ihrer französischen Freundin, außerdem von einer deutschen Schlagersängerin, von ihren alltäglichen Erfahrungen, ihren Sehnsüchten, ihren sexuellen Aktionen und Phantasien. Sie findet in diesem Film filmische Metaphern weiblicher Lust und schockierte damit Männer und Frauen gleichermaßen. Diese Schockelemente durchziehen das gesamte filmische Werk Ula Stöckls. Auch andere Momente ihrer filmischen Handschrift, etwa das Neben- und Miteinander von Laien und professionellen Schauspielern, die Verbindung von Phantasien und Traumsequenzen mit gewissermaßen im Rohzustand belassenen Wirklichkeits-partikeln, die sich in diesem ersten Film finden, bestimmen ihre weiteren filmischen Arbeiten.
    Erika Richter 1995

    Für mich persönlich ist zum Beispiel Ula Stöckls Film NEUN LEBEN HAT DIE KATZE von 1968 ein wichtiger und schöner Film, der ganz zu Beginn einer Zeit entstand, als Frauen anfingen, ihre eigenen Geschichten in eigenen Bildern zu erzählen.
    Ute Aurand 1995